Dörte Gatermann, 1956 in Hamburg geboren und dort als Tochter eines Architekten aufgewachsen, übernahm nach dem Verlust der Mutter früh Verantwortung. Neugier und Forscherdrang manifestierten sich in Auszeichnungen bei „Jugend forscht“ im Bereich Biologie und Verhaltensforschung. Sie entschied sich letztendlich aber für ein Architekturstudium, das sie in Braunschweig begann. Nach dem Vordiplom 1977 wechselte sie nach Aachen zu Gottfried Böhm, bei dem sie neben der Arbeit am Lehrstuhl für Baugeschichte und Denkmalpflege alle Entwürfe absolvierte. Er holte die Studentin 1981, noch vor ihrem Diplom, in sein Büro. Nach ersten Wettbewerben wurde sie mit 25 Jahren Projektleiterin für das Züblin-Haus in Stuttgart, ein Großprojekt mit einem Budget von 50 Millionen DM. Das eigene Architekturbüro gründete Dörte Gatermann parallel, 1984, mit ihrem Mann Elmar Schossig in Köln. Schnell konnten sich die Architekten mit interessanten Projekten etablieren. Die beiden Kinder, 1985 und 1989 geboren, wurden gemeinsam großgezogen. Über neun Jahre engagierte sich Dörte Gatermann im Vorstand des Bundes Deutscher Architekten. 1991 initiierte sie das „Kölner Stadtmodell“ sowie 2002 die Internetplattform koelnarchitektur.de. Neben ihrem Interesse für Ästhetik, Ökologie und Effizienz des Bauens beschäftigt sie sich besonders mit dem Thema der öffentlichen Nutzung von Bauten über den eigentlichen Nutzerkreis hinaus. Ihr Schwerpunkt blieb aber der Entwurf, der zu einer Integration aller Aspekte des Lebens führen sollte. Ein Thema, das auch ihre Arbeit in Wettbewerbsjurys und Symposien prägte. 2002 übernahm sie den Lehrstuhl „Entwerfen und Gebäudelehre“ an der TU Darmstadt. Die Arbeit mit der kommenden Architektengeneration und die von ihr realisierten Workshops mit Künstlern und unterschiedlichen, dem Fach nahen und fernen Externen führten zu vielfältigen Projekten. Etwa die „Hall of Fame“, eine Ehrenhalle für Frauen, die sie, einzige Professorin an ihrer Fakultät, nicht zufällig initiiert hatte. Für die Wanderausstellung „Europäerinnen“ der Fotografin Bettina Flitner entwarf sie vielfach die Ausstellungsarchitektur. 2007 gab die Architektin den Lehrstuhl wieder auf, weil die Aufgabe sie zwar sehr gereizt, ihr jedoch unter veränderten Lebensbedingungen nicht ausreichend Raum für den Entwurf und das Bauen ließen, die für sie Priorität haben.